Wir haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche, ganz unterschiedliche sicherheitspolitische Veranstaltungen organisiert. Eine kleine Auswahl:

    Hochschulgruppenseminar 2020

    Vom 06.03. - 08.03.2020 fand in Kassel das alljährliche BSH Hochschulgruppenseminar statt. Dazu reisten Delegierte der Hochschulgruppen (HSGn) aus dem gesamten Bundesgebiet zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und gegenseitigen Kennenlernen an. Die Vertreterinnen oder Vertreter der HSGn konnte sich hier mit neuen, wie bekannten Mitgliedern anderer HSGn und dem BSH-Vorstand über die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Verbandes und ihrer Hochschulgruppe (HSG) diskutieren. Im Zentrum des diesjährigen Seminars standen neben der internen Organisation und Kommunikation zwischen den Hochschulgruppen, der Umgang mit der Homepage. Am Seminar nahmen 13 Hochschulgruppen und zwei Initativen teil. 

     

    Autor: Jonas Dittmann

    POLIS

    Ende Aprils hatten wir als BSH Göttingen das Vergnügen einige Jugendoffiziere der Bundeswehr

    bei uns an der Georg- August Universität zur Durchführung des außenpolitischen Planspieles

    POLIS zu begrüßen. Die POLIS ist ein Planspiel in welchem die Teilnehmer verschiedene

    Positionen der internationalen Politik übernehmen und probieren, in der Rolle der jeweiligen

    Position, einen realen politischen Konflikt auf verschiedenste Weise zu lösen. In unserem Beispiel

    gab es die Vertreter verschiedner Staaten, die Weltpresse und Vereinten Nationen, welche als

    Akteure von unseren Teilnehmern zu besetzen waren. Während die einzelnen „Staaten“ probieren

    sollten den Konflikt möglichst nach ihrem Interesse zu lösen, war es die Aufgabe der „Weltpresse“

    die Vertreter der einzelnen Staaten möglichst kritisch zu hinterfragen und so den Prozess der

    Konfliktlösung noch etwas realitätsgetreuer darzustellen. Die Vereinten Nationen, repräsentiert

    durch den General Sekretär, bieten die Plattform zum multilateralen Diskurs und plädieren auf eine

    möglichst friedliche Beilegung des Konfliktes. Mit diesen Positionen, war es dann an uns zu

    versuchen den Syrien Konflikt zum Standes des Jahres 2016 zu lösen. Die POLIS ist aufgeteilt

    in mehrere Phasen und bietet den Teilnehmern eine reiche Abwechslung an

    Handlungsmöglichkeiten, von Handelswirtschaftlichen Werkzeugen, über die Möglichkeit des

    Bündnisschlusses, bis hin zu konkreten militärischen Handlungen.

    Diese Konstellation ermöglicht es, persönlich eine neue Perspektive auf bereits, in Öffentlichkeit

    und Wissenschaft stark diskutierte, Konflikte zu bekommen und alternative

    Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Bei den meisten von uns zeigte die POLIS jedoch ein ein

    vertieftes Verständnis für die Hürden internationaler Konfliktlösung, gerade in einem solch

    historisch, kulturell und religiös sensiblen Konflikt wie der in Syrien.

    Schluss endlich variierte das Ende unserer Planspiels doch stark von den realen Events in Syrien,

    dadurch, dass sich Russland und der Iran westlich ungestörter in Syrien ausbreiten konnten und

    viele westliche Staaten einer militärischen Intervention in Irak und Syrien skeptischer als ihre realen

    Vorbilder waren, sah die Karte des Nahen Ostens, am Ende eben doch ganz anders aus.

    Wir bedanken uns ganz herzlich bei den drei Jugendoffizieren, die sich bereiterklären uns in die

    POLIS einzuweisen, uns durch den Tag führten sowie die Rahmenbedingungen des Planspiels noch

    etwas auf unserer Gruppe zuschnitten. Auch bedanken wir uns bei den Mitgliedern der Model

    United Nations Society Göttingen e.V. sowie den Mitgliedern der Jungen Union Göttingen für ihr

    partizipieren, an dieser spannenden und lehrreichen Simulation.

     

    Autor: Felix Jacob

    Die politische Situation in Syrien nach dem „Zusammenbruch“ des IS – Welche Akteure wirken vor Ort

    Herr Klevesath vom Göttinger Institut für Demokratieforschung hielt am 09.01.2019 seinen Vortrag über die politische Situation in Syrien nach dem „Zusammenbruch“ des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS). US-Präsident Trump hatte zuvor in einem Twitter-Tweet Pläne der USA zum Rückzug aus Syrien geäußert. Diese Tatsache gab dem Vortrag eine zusätzliche aktuelle sicherheitspolitische Brisanz.

    Im Verlauf des Vortrags stellte Herr Klevesath die am syrischen Bürgerkrieg beteiligten Konfliktparteien kurz vor. Hierbei gab es einen Exkurs über das politische System Syriens vor Ausbruch des Bürgerkriegs. Das wirtschaftliche, militärische und politische Leben war auf die Machtsicherung und Bereicherung der Assad-Familie und ihren getreuen Mitstreitern ausgerichtet. Weiterhin wurde die Entstehungsgeschichte der sogenannten „Freien Syrischen Armee“ erläutert. Diese gründete sich aus desertierten Soldaten des Assad-Regimes. Als weiterer gewichtiger Akteur wurde die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) präsentiert. Der sogenannte „Islamische Staat“ formierte sich durch die in Folge von Krieg und Instabilität auftretenden Anarchie im Irak und Syrien. Die ursprünglichen Wurzeln finden sich strukturell, personell und ideell bei al-Qaida. Der Cleavage zwischen Schiiten und Sunniten in Glaubensfragen vermag hierbei wie ein „Brandbeschleuniger“ gewirkt haben. Ein besonderes Ziel des „Islamischen Staates“ war die Errichtung eines eigenen streng-religiösen Staates mit Staatsgebiet, Staatsgewalt und einem Staatsvolk. Die kurdische Miliz Yekîneyên Parastina Gel (YPG) sorgte vor allem mit der tatkräftigen Hilfe der USA für einen Landgewinn. Sie stand in einem besonders intensiven Konflikt mit türkischen Streitkräften und der Organisation Dschabhat Fath asch-Scham (ehemals al-Nusra-Front).

    Es hatte sich im letzten halben Jahr abgezeichnet, dass die Kurden in Syrien sich mit Baschar al-Assad als Machthaber abfinden und mit seinem Herrschaftsapparat eine Form der Koexistenz eingehen würden. So fungiert Assad etwa als Schutzmacht der Kurden gegen die türkischen Streitkräfte im Grenzgebiet. Der syrische Machthaber Assad wird innerhalb Syriens auch durch kämpfende Einheiten der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz und der iranischen Revolutionsgarden unterstützt. Russland beschränkt sein Wirken in Syrien auf Luftschläge und die Präsenz von Militärpolizei im Land. Russland war lange Zeit die wichtigste internationale Schutzmacht des Machthaber Assad. Der Vortrag wurde dadurch begleitet, dass Herr Klevesath die jeweiligen Landgewinne der Konfliktparteien an Landkarten aus verschiedenen Jahren erklärte. Im Anschluss an den Vortrag startete die Diskussion. Herr Klevesath betonte, dass Prognosen über den Aus- oder Fortgang des syrischen Bürgerkrieg und die damit verbundenen Folgen für die Region extrem schwierig zu treffen seien. Die Fragen erstreckten sich über das Engagement Russlands bis hin zu den jeweiligen Rekrutierungsstrategien des „Islamischen Staats“. Europa sei auf Stabilität in der geographischen Nähe angewiesen, besonders im Hinblick auf potentielle Flüchtlingsströme und die damit einhergehenden politischen Folgen. Zusätzlich wurde über die potenzielle Rolle der Europäischen Union als militärische Ordnungsmacht diskutiert. Diese Diskussion blieb dabei auch sehr theoretisch / utopisch, weil die Europäische Union sehr viel politische Macht vereint, aber militärisch und außenpolitisch eher schwach ist.

     

    Autor: Julian Brak

    I. Besuch der Informations- und Lehrübung

    Auf Einladung des Göttinger Jugendoffiziers hatten wir diesen Oktober die Möglichkeit, zu Gast bei der jährlichen Informations- und Lehrübung des Heeres am Standort Munster zu sein. Bei dieser nicht-öffentlichen Veranstaltung wird dem Offiziersnachwuchs der Bundeswehr und einem ausgewählten Fachpublikum das Leistungsspektrum der Teilstreitkraft vorgestellt.

    Bereits um vier Uhr morgens machten wir uns mit einem von der Bundeswehr gestellten Bus auf den Weg Richtung Munster. Direkt die erste Station bot erste Highlights wie den Kampfpanzer Leopard, den neuen Schützenpanzer Puma oder den Kampfhubschrauber Tiger. Als nächstes erhielten wir einen hochinteressanten, multimedialen Einblick in die Arbeit des neuen Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum. Auch der Sanitätsdienst und die Zivil-Militärische Zusammenarbeit stellten sich vor. Hier war besonders der Austausch mit den Soldaten vor Ort spannend, von denen viele bereits im Auslandseinsatz tätig waren.

    Mittags hieß es dann Essen fassen, natürlich in Form der traditionellen Bundeswehr-Erbsensuppe die allgemein großen Zuspruch erhielt! Anschließend konnten wir dann bei strahlendem Sonnenschein einer Vorführung beiwohnen, die uns den Aufbau und die Struktur eines Feldlagers der Bundeswehr plastisch erläuterte. Zum Abschluss hatten wir dann noch die Möglichkeit eines Austausches mit dem für die ILÜ zuständigen Kommandeur.

    Wir danken der Bundeswehr und Jugendoffizier Hauptmann Blobel für diese Gelegenheit und hoffen natürlich, auch 2019 wieder vor Ort sein zu können!

     

    Autor: Roman Wienbreier

    Die Europäische Armee - Utopie oder Notwendigkeit?

    2017 steht die Europäische Union vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Im Osten des Kontinents stellt Russland durch die Annexion der Krim internationale Verträge in Frage, im Süden wird Europa durch den islamistischen Terrorismus und zerfallende Staaten bedroht und Präsident Trump stellt die Bündnisverpflichtung der USA in Frage. Der Ruf nach einer stärkeren und unabhängigeren europäischen Kooperation und Integration in Verteidigung und Sicherheit ist daher groß. Doch welche Herausforderungen müssen hierbei noch gemeistert werden? Ist eine "Europäische Armee" überhaupt vorstellbar?

     

    Diesen Fragen haben sich am 19. Mai in Göttingen die Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung "Die Europäische Armee - Utopie oder Notwendigkeit?", organisiert von der Göttinger Hochschulgruppe des Bundesverbands Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) und der Paneuropa-Jugend Deutschland e.V., gestellt. Als Referenten konnten an diesem Abend Michael Gahler, Sicherheitspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament und Vizepräsident der Paneuropa-Union Deutschland, und Hauptmann Constantin Götze, Jugendoffizier in Göttingen, begrüßt werden.

     

    Beide Referenten berichteten aus ihrem jeweils eigenen Blickwinkel über den aktuellen Stand des Projekts "Europäische Armee". Michael Gahler betonte, dass mittlerweile die drei Hauptbedingungen für eine sichtbar stärkere Kooperation in europäischen Verteidigungsfragen, nämlich knappe finanzielle Budgets, äußere Krisen und eine nicht mehr hundertprozentige Verlässlichkeit der USA, zur selben Zeit zutreffen. Dadurch konnten in den letzten Monaten endlich lange geplante Vorhaben wie die Schaffung eines operativen Hauptquartiers für EU-Trainingsmissionen oder eines gemeinsamen Finanzbudgets zur Verteidigungsforschung umgesetzt werden. Der Begriff "Europäische Armee" sei jedoch nicht zielführend, da darunter eine Vielzahl von verschiedenen Konzepten verstanden wird, deren Umsetzbarkeit fraglich ist. Der EU-Parlamentarier schlug daher einen pragmatischen Ansatz vor, indem man neben den weiterhin bestehenden nationalen Armeen komplett neue europäischen Armeen aufstellt, zu denen sich jeder EU-Bürger direkt freiwillig melden könne, und die am selben Material, in einer einzigen Sprache und nach demselben Vorbild ausgebildet werden. Finanziert sollen diesen Einheiten werden durch ein gemeinsames Budget und kontrolliert durch das Europäische Parlament oder den Rat.

     

     Einen spannenden Einblick in die gelebte Praxis konnte Hauptmann Constantin Götze bieten. So begrüßte er zwar die Schaffung von multinationalen Einheiten, bemängelte jedoch die fehlende Zusammenarbeit unterhalb der Bataillonsebene. So würden etwa in der deutsch- französischen Brigade die jeweiligen Soldaten im normalen Dienstalltag kaum Berührungspunkte miteinander haben. Hauptsächliche Hindernisse seien hierbei unterschiedliches Material, ein anderes Ausbildungs- und Führungsverständnis oder einfach die Sprache. Dies führe auch dazu, dass die Brigade nie geschlossen in den Einsatz geht, sondern immer nur getrennt nach den nationalen Truppenteilen. Dazu komme der Parlamentsvorbehalt auf deutscher Seite, der eine Entsendung von Truppen ins Ausland deutlich anspruchsvoller macht als in Frankreich, wo es lediglich den Befehl des Präsidenten bedarf. Der Jugendoffizier schloss sich dabei der Aussage Michael Gahlers an, dass "Deutschland französischer und Frankreich deutscher" werden müsse. Kritisiert wurde zudem auch die Art und Weise, wie der neue Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr aufgestellt worden ist. Anstatt eines nationalen Alleinganges hätte man vielmehr ein gemeinsames europäisches Cyberkommando gründen können, welches durch ein viel größeres finanzielles Budget über erstklassiges Material und Personal verfügen würde. Sowohl für die Referenten als auch für die übrigen Teilnehmer konnten durch den gegenseitigen Austausch viele neue Erkenntnisse und Anregungen für die Zukunft mitnehmen.

     

    Autor: Roman Wienbreier

    Quelle Foto: Pressestelle EP

    I. Sicherheitspolitischen Seminars

    Kurz vor der Weihnachtspause ging unser erstes Sicherheitspolitisches Seminar erfolgreich zuende. In drei verschiedenen Treffen befassten sich die Teilnehmer unter anderem mit den Grundlagen deutscher und internationaler Sicherheitspolitik und den aktuellen Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine. Auf breiten Wunsch stand die letzte Veranstaltung unter dem Thema "Bundeswehreinsatz im Inneren?".

    Beim anschließenden Weihnachtsmarktbesuch und dem gemeinsamen Pizzaessen wurde noch fleißig weiterdiskutiert. Unser ganz persönlicher Dank geht an den Jugendoffizier Göttingen Hauptmann Constantin Götze, welcher uns als hochmotivierter Referent zu Verfügung stand!

    XXXI. Bundesversammlung des BSH

    Dieses Wochenende war eine Gruppe Delegierter für euch auf der Bundesversammlung in Hannover. Aus der ersten Reihe haben wir unter anderem an der Satzung gearbeitet und einen neuen Bundesvorstand gewählt. Noch einmal herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle und ein Dankeschön an alle anwesenden BSH-Gruppen für das tolle Wochenende!

     

    Autor: Jonas Dittmann

    Weitere Veranstaltungen:

    • Explosives Erbe: Der Kampfmittelräumdienst und seine Arbeit

    • Die Risiken unserer Zeit - Anforderungen an einen modernen Katastrophenschutz

    • Der "Islamische Staat" in Syrien und im Irak: Grundlagen, Dynamik und geopolitische Bedeutung

    • Das Iranische Atomprogramm: Eine physikalisch-politische Betrachtung

    • "Kann töten erlaubt sein?" - Über die Automatisierung von Kriegen

    • Der Afghanistan-Einsatz: Erfahrungen eines Bundeswehrsoldaten

    • Cyber-Kriege - Angriffsmöglichkeiten in der digitalen Welt